Holm

 
Die festigkeitsmäßige Auslegung des Holmes wurde freundlicherweise von einem Modellflugkollegen bei Dornier Deutsche Aerospace durchgeführt.
Die Berechnung mit dem Excel-Programm von Dr. Christian Baron zeigt nahezu die identischen Werte.
Bei einer vorgegebenen Breite von 40 mm ist der Holmgurt an der Flächenwurzel 4,2 mm dick und enthält 118! Kohlefaser-Rovings vom Typ NF-24. An der Trennstelle bei 2,6 m ist der Holmgurt noch 20 mm breit, 2,9 mm dick und besteht aus 41 Rovings.

Die Beschichtung des Steges besteht aus 4 Lagen Glasfasergewebe, 160 gr/qm. Dies ergibt die errechnete Dicke von 0,4 mm. Der eigentliche Steg besteht aus 6 mm starkem Conticell. Das Glasgewebe ist selbstverständlich diagonal verlegt.

Um die Realisierbarkeit der angestrebten, originalgetreuen Bauweise zu testen, wurde ein Probeholm gefertigt.
Das Ergebnis ist beeindruckend:
        

Das Gerüst für die Zunge-Gabel-Verbindung ist aus Sperrholz hergestellt. Die Seitenteile bestehen aus 6 mm, oben und unten ist 3 mm Flugzeugsperrholz verwendet. Dies ergibt eine leichte und sehr stabile Grundlage für die Kohlefaser-Gurte.

Die Steckbolzen sind aus Stahl und haben einen Durchmesser von 14 mm. Sie sind in passgenauen Messinghülzen geführt.

Der eigentliche Holm wird in speziellen, eigens dafür hergestellten Formen gefertigt. Dabei werden die Kohlefaser-Rovings unter hohem Druck zusammengepresst, das Harz bis in die feinste Faser gedrückt und überschüssiges Harz aus der Form gepresst. 

Die Kohlefaser-Gurte und der Conticellsteg sind mit mehreren Lagen Glasgewebe miteinander verbunden. Die Zunge/ Gabel sind mit Glasfaserschläuchen ummantelt, um die enormen Scherkräfte aufzunehmen        Der fertige Holm

Um die Stabilität dieser Bauweise zu demonstrieren, wurde der Holm bei der Hälfte der Halbspannweite (jeweils 2,2 m vom Rumpf entfernt) aufgelegt und in der Mitte mit ! 100 kg ! belastet. Dieses Gewicht entspricht dem 10-fachen des Rumpfgewichtes!
Der Holm liegt dabei über 4,4 m freitragend!
Die Durchbiegung betrug dabei lediglich 47 mm.


"ALRObert" bei der Belastungsprobe


Schematische Darstellung der Belastung

Der Holm ist im Rumpf eingepasst. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Pfeilung des Holmes und die Position der Wurzelrippen (Einstellwinkel) exakt eingestellt sind. Spätere Korrekturen sind nicht mehr möglich! Ausgerichtet wird der Holm exakt zur Rumpflängsachse. Sehr hilfreich hierzu ist das Schachbrettmuster des Plattenbodens ;-)
Holm und Wurzelrippen sind miteinander verklebt. Die Rippen sind mit Kohlefaser-Rovings verstärkt, da die Wandung oberhalb und unterhalb der Holme sehr dünn ist.

Das Gewicht eines kompletten Holmes beträgt etwa 3200 Gramm. Wenn man bedenkt, dass die heute üblich eingesetzten GfK-Rundstäbe (Durchmesser 28 mm) inklusive der Alu-Rohre etwa 900 Gramm auf die Waage bringen, wird deutlich, wie effektiv diese hier angewandte Bauweise ist. Allerdings ist der Aufwand dies so zu realisiern beträchtlich!


Um die exakt Nachbildung zu verdeutlichen, hier ein paar
Bilder vom Holm des Originals

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